Vorbereitung AlpenCross Via Claudia Augusta Landsberg – Füssen

15. Mai, 2026 | 0 Kommentare

Da dies mein erster Alpencross werden wird, habe ich mich im Vorfeld für ein bisschen Training entschieden. Eigentlich auch nicht die dümmste Idee 😀
So ein Alpencross hat ja durchaus einiges, was einem abverlangt wird.

Da ich mir nicht sicher war, ob mein Ziel mit so nem gefederten Drahtesel über die Berge zu fahren, von mir überhaupt zu schaffen ist, habe ich kurzerhand in Komoot eine Tour geplant, die mir zeigen sollte, wie Ambitioniert mein Vorhaben zu sein scheint. Mir ging es dabei weniger um die technische Herausforderung, vielmehr wollte ich wissen, wie es ist, für ganz lange Zeit an so einen Sattel gebunden zu sein. Da die Via Claudia praktisch vor der Haustür verläuft und die Strecke jetzt nicht unbedingt eine technische Herausforderung ist, habe ich die längste Tour, die ich bis dato auf einem Mountainbike gemacht habe, geplant - Exakt 77.7km lang.



77.7 km, was für eine Zahl. Nicht zu vergleichen mit Sonntags mal zum Bäcker mit dem Bike oder schnell den Brief im Briefkasten entsorgen.
An einem Samstag im April war es dann soweit. Rucksack mit allem Möglichem, was Gewicht bringt, gepackt, immerhin 9 Kilo inkl. der Wasserblase. Klamotten an, Rad aus der Garage und ab die Luzie.......mehr oder weniger.
Die ersten 10 km waren zäh, sehr zäh. Ich hatte Gegenwind, ein mulmiges Gefühl und ne gehörige Portion Respekt. Als ich den ersten Wegweiser der Via Claudia auf dem Radweg entdeckte, wurde es dann aber besser. Zwischenzeitlich hatte ich mir auch einen Podcast auf meine neuen Kopfhörer gelegt und je mehr ich den Stimmen am Ohr folgte umso weniger dachte ich an das, was vor mir liegt.
Auf die ersten 10km folgten 20, dann 30, schließlich 35. Ich dachte das erste Mal an eine kleine Pause und wie von Geisterhand kam plötzlich eine Hütte, wie aus dem nichts.

Kesslalm

Die Kesslalm liegt zwischen Hohenfurch und Schwabniederhofen, direkt am Radweg der Via Claudia. Ich bin also mit einem Schlenker direkt abgefahren und habe eine kleine Brotzeit gemacht. In der Hütte war kein Mensch, dafür lief Musik aus dem Radio. "Selbsbedienung gegen Spende" stand auf einem Schild. Ein kühles Sportgetränk habe ich mir gegönnt.

Nach ca. 30 Minuten Rast ging es weiter. Da ich mich gut fühlte und ich mich mit dem Rucksack und dem Bike auf dem Weg bisher gut verstanden habe, kam ich schnell wieder in den Tourmodus.

Vorbei ging es an einer Staustufe am Lech.

Bis zur nächsten Rast am Forgensee. Ich hatte meine Riegel zuhause vergessen und merkte bei km 58, dass mir irgendwie der Zucker fehlt. Da bot es sich praktisch an, im Biergarten ein Spezi und einen Schokokuchen zu bestellen und auch zu vernichten.

Das tat gut und der Körper bekam genau das, was er brauchte. Nur noch 20km bis zum Ziel. Die Vorfreude und das Verlangen das Ziel des Tages zu erreichen, war groß. Mit mächtig Tempo und einem guten Gefühl erreichte ich nach etwas über 4 Stunden Füssen.

Ziel erreicht und das ohne irgendwelche Ausfallerscheinungen. Die neue Radhose passt super, der Rucksack trägt sich gut, das Bike zickt nicht und die Muskeln machen so mit, wie ich mir das vorgestellt habe.
Meine Angst ist etwas kleiner geworden, aber noch nicht ganz beseitigt. Mehr Training wird sicher nicht schaden. Ich plane schon die nächste Tour.

SattelundSohle.de

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